Klassische Moderne · 1956
Der erste Fernsehturm der Welt in Stahlbeton — Ingenieurbau mit weltweiter Folgewirkung und Wahrzeichen Stuttgarts.
Einordnung
Der Stuttgarter Fernsehturm sollte stärker als Pionierbau erzählt werden. 1956 ragte der rund 217 Meter hohe Turm als damals umstrittene Betonnadel über die Stadt. Heute gilt er als Wahrzeichen Stuttgarts und als erster Fernsehturm seiner Art weltweit. Ursprünglich war ein Stahlgittermast vorgesehen. Erst Fritz Leonhardt schlug vor, stattdessen einen Aussichtsturm aus Beton mit Café zu errichten, und setzte diese Idee gemeinsam mit Erwin Heinle und Rolf Gutbrod um.
Gerade darin liegt die architektonische Stärke des Fernsehturms. Er ist nicht bloß Sendetechnik mit Aussichtsplattform, sondern ein Beispiel dafür, wie Ingenieurdenken und öffentliche Nutzung miteinander verschmelzen können. Die Idee, ein technisches Bauwerk zugleich als Aufenthaltsort für die Stadt zu konzipieren, war folgenreich. Der Stuttgarter Fernsehturm wurde damit zum Modell für viele spätere Türme weltweit. Für eine Architekturseite ist das ideal: Hier wird deutlich, dass eine gute Konstruktion manchmal eine ganze Bautypologie verändern kann.