Gegenwartsarchitektur · 2009

Porsche Museum
Stuttgart.

Schwebender Monolith mit konstruktivem Ehrgeiz — ein Bau, den Experten zeitweise für unbaubar hielten.

2009· Delugan Meissl Associated Architects, Wien· Stuttgart-Zuffenhausen

Einordnung

Konstruktiver Kraftakt als Markenarchitektur.

Das Porsche Museum sollte deutlich technischer und räumlicher beschrieben werden als es häufig geschieht. Der Bau, entworfen von Delugan Meissl Associated Architects, präsentiert sich als dynamisch geformter, scheinbar über dem Boden schwebender monolithischer Körper. Die Ausstellungsfläche umfasst rund 5.600 Quadratmeter; getragen wird der Bau im Wesentlichen von drei Stahlbetonkernen. Zeitweise hielten Experten das Projekt für kaum realisierbar, umgesetzt wurde es schließlich mithilfe fortgeschrittener Konstruktionsmethoden aus dem Brückenbau. Mehr als 170 Büros hatten sich am Wettbewerb beteiligt.

Das Porsche Museum ist nicht einfach ein Firmenmuseum mit mutiger Form. Es ist ein Beispiel dafür, wie Markenarchitektur technisch aufgeladen werden kann, ohne zur reinen Skulptur zu verkommen. Die scheinbare Schwerelosigkeit des Baukörpers ist kein dekorativer Trick, sondern Ergebnis eines konstruktiven Kraftakts. Damit passt das Gebäude erstaunlich gut zur Marke, ohne in banale Symbolik abzugleiten. Geschwindigkeit, Präzision und ingenieurhafte Zuspitzung werden hier nicht bloß behauptet, sondern baulich übersetzt.

Das Museum ist deshalb wichtig, weil es die Linie zwischen Ingenieurbau, Markenbild und Gegenwartsarchitektur besonders klar sichtbar macht. Es ist ein Bau, an dem man gut zeigen kann, wie eng in Stuttgart Design, Technik und Identität miteinander verschränkt sind.

Eröffnung2009
ArchitektenDelugan Meissl Associated Architects, Wien
Ausstellungsflächeca. 5.600 m²
TragwerkDrei V-förmige Stahlbetonkerne · ca. 6.000 Tonnen Stahl
KonstruktionMethoden aus dem Brückenbau
Wettbewerb2005 · über 170 Teilnehmer
LageStuttgart-Zuffenhausen, Porscheplatz 1

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